„Am besten funktioniert Lernen, wenn man sich für etwas interessiert“

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Bestimmt hat jeder von euch schonmal von Mathewettbewerben wie dem Känguru der Mathematik oder der Mathe-Olympiade gehört oder vielleicht habt ihr sogar schon mal selbst dabei mitgemacht. Eine, die bei solchen Wettbewerben richtig erfolgreich ist, ist Lena. Im Februar 2021 hat sie sogar den Bundeswettbewerb für Mathematik gewonnen. Schon seit langen nimmt sie an Mathe und Informatikwettbewerben teil und kommt dabei richtig weit. Was man so bei den Wettbewerben macht, ob es auch manchmal stressig ist und vieles mehr erfahrt ihr im Interview, das wir für euch mit ihr geführt haben. 

SüZ: Hallo! 

Lena: Hi 🙂 

SüZ: Warum machst du ausgerechnet Mathe und Informatik? 

Lena: Mathe machte mir von klein auf schon sehr viel Spaß. Ich mag es sehr an Aufgaben und Problemen zu rätseln, deren Lösung auf dem ersten Blick nicht offensichtlich ist. Später entdeckte ich die Informatik, die mir ebenfalls viel Spaß macht. An Problemstellungen, die beispielsweise auch das tagtägliche Leben                      betreffen, zu arbeiten und die Welt mit meinem Wissen in gewisser Hinsicht  verbessern zu können, finde ich sehr motivierend.  

SüZ: Was macht ihr so bei den Wettbewerben? 

Lena: Das ist abhängig von den Wettbewerben. Bei der Mathe-Olympiade bekommen die Teilnehmer Aufgaben, die in einem bestimmten Zeitrahmen gelöst werden müssen. Manchmal kommt man nicht sofort auf die Idee, sondern muss etwas nachdenken. Beim Bundeswettbewerb Mathematik ist dies noch extremer. Liest man die Aufgaben durch, so hat man meistens sofort noch keine Lösungsidee.  Diese kommt erst nach viel Knobeln und Nachdenken. Bei Informatik- Wettbewerben muss man Aufgaben mit seinem Algorithmik-Wissen lösen  (Bundeswettbewerb Informatik) oder sogar ganze Projekte selbstständig oder im  Team umsetzen (z.B. Bundeswettbewerb Künstliche Intelligenz). Bei Wettbewerben, die nicht nur zuhause stattfinden (z.B. Mathe-Olympiade),  gibt es neben den Wettbewerbsklausuren auch noch ein cooles Rahmenprogramm (z.B. Speedboot fahren, Klettern, …).  

SüZ: In der wievielten Klasse warst du, als du damit angefangen hast? 

Lena: Bereits in der Grundschule habe ich bei einem Chemie-Wettbewerb und bei Mathe-Känguru mitgemacht. Bei der Mathe-Olympiade nahm ich das erste Mal in der 7. Klasse teil. Da ich davon begeistert war, begann ich regelmäßig an Wettbewerben mitzumachen. 

SüZ: Was war dein größter Erfolg und wie hast du dich dabei gefühlt? 

Lena: In der 8. Klasse nahm ich an der Bundesrunde der Mathematik Olympiade teil und erreichte eine Anerkennungsurkunde. Das war natürlich ein tolles Gefühl. Im Februar dieses Jahres wurde ich Bundessiegerin beim Bundeswettbewerb Mathematik. Natürlich habe ich mich auch darüber wahnsinnig gefreut.  Außerdem war ich schon zweimal im Bundesfinale des Bundeswettbewerbs Künstliche Intelligenz, das heißt das Projekt von meinem Team war eines der fünf  Besten aus unserer Altersklasse aus ganz Deutschland. Persönlich gesehen war es natürlich klasse, viele neue Freunde bei Wettbewerben kennengelernt zu haben – somit auch ein Erfolg 🙂

SüZ: Welche großen Ziele hast du noch? 

Lena: Erst einmal freue ich mich darauf, mein Abi zu haben und danach Informatik an der TUM zu studieren. Später habe ich vor, im Bereich Künstliche Intelligenz bzw. Machine Learning zu arbeiten.  

SüZ: Ist es manchmal auch stressig, wenn man so viel macht? Du bist ja auch noch in der Schule. 

Lena: Nein, stressig ist es nicht. Es macht mir sehr viel Freude, über Aufgaben zu knobeln und Lösungswege zu finden. Daher ist es eher wie ein Hobby für mich.  

SüZ: Bereitest du dich auf die Wettbewerbe vor und wenn ja, wie? 

Lena: Konkret kann man sich nicht auf Wettbewerbe vorbereiten. Vielmehr ist es wichtig, ein allgemein breites Wissen in Mathe bzw. Informatik zu haben und sich für diese Bereiche zu begeistern. Es hilft aber natürlich, wenn man sich mit  anderen Personen, die sich für ähnliche Sachen interessieren, austauscht oder mit ihnen gemeinsam Projekte bearbeitet (besonders auf Informatik bezogen).   

SüZ: Was kann man bei den Wettbewerben so gewinnen oder gibt es überhaupt etwas zu gewinnen? 

Lena: Das hängt vom Wettbewerb ab. Beim Landessieg in Mathematik darf man an einem mehrtägigen Matheseminar teilnehmen, das hervorragend organisiert ist (also nicht nur Mathe-Vorträge :)) und das wahnsinnig viel Spaß macht. Beim Bundeswettbewerb Mathematik erhält man beim Bundessieg ab Studienbeginn ein Stipendium und darf ein einmonatiges Praktikum beim Max-Planck-Institut in Bonn machen. Ansonsten gibt es oft Buchpreise, Geldpreise oder Sachpreise (Powerbank, Raspberry Pi, Jetson Nano, …). 

SüZ: Hast du außer Mathe und Informatik noch andere Stärken in der Schule? 

Lena: Mir machen viele Fächer in der Schule Spaß. Neben Mathe und Informatik finde ich auch Physik, Wirtschaft, Englisch, Geschichte + Sozialkunde, Deutsch und vieles mehr interessant. 

SüZ: Hast du einen Lerntipp für Kinder, die vielleicht nicht so gut in Mathe sind? 

Lena: Am besten funktioniert Lernen, wenn man sich für etwas interessiert und weiß, wofür man es gebrauchen kann. Deswegen nicht nur stur die Formeln auswendig lernen, sondern versuchen, den Zusammenhang und die Anwendung zu verstehen. Außerdem kann es helfen, sich mit anderen Kindern aus der Klasse/Jahrgangsstufe zusammenzusetzen und sich gegenseitig den Stoff zu erklären und gemeinsam Aufgaben durchzurechnen.

SüZ: Danke für das Interview!

Lena: Danke, hat mich gefreut, dir deine Fragen zu beantworten! 🙂 

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